27. Januar ❘ Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. In den vergangenen Jahren fand rund um dieses Datum eine Veranstaltung in der Gedenkstätte KZ Drütte statt. In diesem Jahr muss sie verschoben werden. Stellvertretend für alle NS-Opfer im Salzgittergebiet erinnern wir heute an Abraham Kresch.

Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz und befreite die dort noch verblieben Häftlinge.

Genau an diesem Tag starb im Neuengammer KZ-Außenlager Watenstedt/Leinde Abraham Kresch, ein jüdischer Häftling, laut Unterlagen an einer Rippenfellentzündung. Zwölf Tage zuvor war er 27 Jahre alt geworden.

Als einer von mehreren tausend Frauen und Männern musste der junge Mann in der Rüstungsproduktion in den Stahlwerke Braunschweig im Salzgittergebiet arbeiten. Auf der Friedhofskartei ist als Beruf „Dreher“ angegeben.

Bis zur Räumung der Außenlager am 7. April 1945 starben noch viele weitere KZ-Häftlinge an den Folgen der harten Arbeit und den katastrophalen Lebensbedingungen.

Was wir heute von Abraham Kresch wissen, ist wenig. Uns liegen nur die Informationen der Friedhofsunterlagen vor. Aber: keine Staatsangehörigkeit, keine Familie, keine Vergangenheit. Abraham Kresch fand auf dem „Ausländerfriedhof“ Jammertal seine letzte Ruhe.


Die Veranstaltung zum Gedenktag für de Opfer des Nationalsozialismus ist in diesem Jahr für den 18. April 2021 geplant.